Miniera di Zolfo „Brot und Schwefel“ war über Jahrzehnte das vorherrschende Thema in dem, heute kleinen Dorf mit ca. 230 Einwohnern. Das war nicht immer so. Cabernardi liegt in einem Schwefelbecken und hier war einmal eine der größten Schwefelminen in Europa. Schwefel war begehrt in der Landwirtschaft und vor allen Dingen wurde es zur Herstellung von Schießpulver verwendet.

Die Historie von Cabernardi

1877 wurden die riesigen Vorkommen von Schwefel in der Gegend von Percozzone entdeckt und 1878 wurde die Konzession für den Bergbau erteilt. 200 bis 300 Bergleute fuhren  anfangs täglich in mehreren Schichten tief in den Berg um ihren schweren Arbeit nachzugehen. 1920 waren schon ca. 800-900 Arbeiter beschäftigt und der Ort Cabernardi blühte auf. Es herrschte eine „Goldgräber“-Stimmung, fast wie im wilden Westen. Aus dem ehemals kleinen Bergdorf wurde ein attraktiver Ort mit über 4.000 Einwohnern. Die prachtvolle Allee, gesäumt von Häuserzeilen mit Geschäften, einem Theater, Schule, Krankenhaus , Gästehaus und einer belebten Piazza sorgten für Wohlstand und Unterhaltung in der ganzen Region um Cabernardi . Die Arbeit war schwer, hart und gefährlich. Die älteren Einwohner von Cabernardi erzählen noch heute von der harten Arbeit ihrer Familienmitglieder.

Zur Hochzeit des Bergbaues waren ca. 1400 Arbeiter in und mit der Produktion beschäftigt.  Das Schwefelvorkommen war schnell erschöpft und 1952 erfolgte die drastische Reduzierung auf ca. 600 Personen.  

Protest der Bergleute in Carbernardi

Die Bergleute protestierten und verschanzten sich in der Mine um ihren Protest Nachdruck zu verleihen. Mit Erfolg. 1959 war dann jedoch endgültig Schluss, die Mine wurde geschlossen. Die Bergleute gingen in den Ruhestand oder wurden in andere Gebiete versetzt. Der wieder kleine Ort war in Schockstarre und brauchte Jahrzehnte um sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. 

Ein Foto auf den Blick der Schwefelmine von Carbernardi.

An vielen Stellen und Ecken in Cabernardi begegnet man noch heute der rühmlichen Vergangenheit. Ab 2015 gibt es ein beeindruckendes Freilicht-Museum. Auf dem ehemaligen Bergwerksgelände sticht besonders der Einfuhrturm für die Bergleute hervor. Einfuhrgänge in den Stollen können ebenso besichtigt werden sowie die damaligen Werkzeuge. Im ehemaligen Schulhaus in der Mitte des Ortes ist das Museum „Miniera di Zolfo“ untergebracht.  

Eindrucksvoll ist der Film welcher dort gezeigt wird, von den Einfahrt der Bergleute in den Stollen sowie deren Arbeit im Stollen. 

Ein ausgiebiger Spaziergang durch Cabernardi ist lohnenswert denn noch an vielen Stellen ist die Vergangenheit spürbar. 

Cabernardi liegt auf einem Hügel. Umgeben von der typischen Landschaft der Marken. Auf der einen Seite mit einem Blick auf die hohen Berge mit dem Monte Catria und an klaren Tagen mit dem Blick aufs Meer, der Adria. Ein Hotel hat Cabernardi nicht, aber einige sehr schöne „Bed and Breakfast“.